Verdreht und gespalten

Bevor wir als Nicht-Holzfachleute uns vor unserem Bauunternehmer zum Affen machen, tun wir das lieber bei Euch. Die Frage ist in wie weit ist es “normal” das Holz, das eine tragende Funktion hat sich spaltet und verzieht?

Es geht um die Stützen von Terrasse und Vordach. Der Balken der unser Terrassendach abstützt, hatte zwar schon immer ein paar Risse. Das sei normal, versicherte man uns, aber die Risse werden breiter und länger. Ganz arg (wie wir finden) verhält es sich beim Vordach. Neben den Rissen die auf allen Seiten des Balkens auftauchen, verdreht sich dieser auch. Das sieht nicht nur nicht schön aus, wir fürchten auch um die Stabilität der Konstruktion.

Noch mal zu den Rissen. Teilweise waren die schon von Anfang an da, und wurden überstrichen. Jetzt wo sie sich ausweiten, liegt wieder ungestrichenes Holz frei, was sicherlich auch nicht zur Haltbarkeit beiträgt.

Stellen wir uns zu sehr an, oder ist das ein wirklicher Mangel den wir melden sollten?

3.08.06 | Kat: sonstiges |

     

1. ThS meint:

Holz hält ewig wenn es trocken bleibt. Oft schadet Farbe sogar, da sie das Abtrocknen von in unvermeidliche Risse eingedrungenem Wasser behindert.

Den drehwüchsige Stil unter dem Vordach ist reklamationswürdig. Ein paar Risse allein sind es nicht. Die lassen sich nur mit Brettschichtholz minimieren.

2. Hans-Georg meint:

ich bin zwar auch kein holzfachmann, könnte mir aber vorstellen, dass das holz zu frisch verarbeitet wurde.

3. pam meint:

vielleicht solltet ihr einen euch bekannten holzfachmann um rat fragen…?

gruesse

die pam

4. Hendrik42 meint:

Also, die Stabilität ist bis auf weiteres nicht gefährdet. Das Holz ist aber nicht trocken genug gewesen, ich würde das reklamieren.

Gruß, Hendrik

5. ThS meint:

@hendrik42
Mit “trocken genug” ist im Außenbereich schwierig zu argumentieren, weil die Holzfeuchte an der Außenluft ja je nach Bewitterung schwankt.

Das Problem ist die Drehwüchsigkeit, durch die sich bei gleicher Feuchtigkeitschwankung größere Risse bilden. Sowas gehört aussortiert, ist aber tatsächlich erst erkennbar, wenn das Holz ordentlich getrocknet wurde. Am besten natürlich gereift, 5 Jahre überdacht im Freien. Aber dazu ist heute leider keine Zeit mehr.

6. bart meint:

sehen die Stützbalken so aus wie ihr euch das vorstellt? wahrscheinlich nicht. allein aus diesem Grunde würde das reklamieren, ganz abgesehen davon, dass in diese breiten Risse vermehrt Feuchtigkeit eindringen kann und wohl auch wird. Das Ende vom Lied wird sein, dass die Stützen vorzeitg verrotten. Selbst wenn das Holz kesseldruck imprägniert ist wird dessen Lebenszeit sicherlich verkürzt und nach Ablauf der Gewährleistungsfrist zahlt ihr den Schaden.

7. blogist meint:

allein ästhetisch nicht hinnehmbar.
das holz war wie schon erwähnt entsprechend der gültigen normen wahrscheinlich nicht ausreichend getrocknet (zu hohe restfeuchte) und ist vor allem am fußpunkt konstruktiv falsch ausgebildet (zumindest soweit das auf dem foto erkennbar ist). der abstand zwischen balken und boden muss normalerweise größer sein, um spritzwaserschäden mit zu geringer abtrocknung zu vermeiden. (das ist zumindest mein “oberflächlicher eindruck” als architekt und zimmermann). ich empfehle, unbedingt einen holzfachmann (zimmerermeister, gutachter …) dazu zu nehmen.



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